Interessante intervista a Fischer su 20min.ch
«Titel lieber früher als später»
von Marcel Allemann - Mitte Oktober noch Elfter, jetzt auf Rang 2. Trainer-Rookie Patrick Fischer (38) erklärt das Lugano-Wunder.
Patrick Fischer, Sie tragen neuerdings einen Kurzhaarschnitt. Haben Sie gegen Ihre Spieler eine Wette verloren?
Patrick Fischer: Das werde ich derzeit oft gefragt, aber dem ist nicht so. Wie schon oft in meinem Leben wollte ich einfach mal wieder die Haare schneiden. Mal trage ich sie länger, mal kürzer, so ist das eben bei mir.
Was geht in Ihnen vor, wenn Sie derzeit die Tabelle anschauen und Lugano auf Rang 2 sehen?
Das ist natürlich schön. Vor allem, wenn man bedenkt, was wir in dieser Saison durchgemacht haben. Wenn man ein Team zu diesem Zeitpunkt auf Rang 2 liegen sieht, denkt man, die würden einfach eine gute Saison spielen. Aber bei uns war das zu Beginn ja überhaupt nicht so, wir hatten einige Turbulenzen und mussten etwelche Hindernisse überwinden, um uns nach vorne zu arbeiten. Umso wichtiger ist es nun, dass wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen und diesen Platz verteidigen.
Hand aufs Herz: Fragten Sie sich nie, ob Sie wirklich der richtige Mann sind, als Lugano im Oktober auf Rang 11 lag?
Zweifel hatte ich nie. Wir haben bewusst einige Sachen im Vergleich zum Vorjahr geändert, hätten jedoch nicht erwartet, dass es so schwierig wird, bis diese greifen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass uns damals sechs der aktuellen Stürmer fehlten, zudem haben wir uns taktisch gesteigert. Es war ein Prozess.
Und für diesen Aufschwung hat es die Kaderkorrekturen, die Sie im Verlauf der Saison vornahmen, gebraucht?
Auf jeden Fall. Domenichelli passte nicht in unser System, Murray und Fritsche hatten in unserem System eine Rolle mit wenig Eiszeit und dafür waren sie zu teuer. Durch die getätigten Zuzüge haben wir mehr Tempo und Physis erhalten. Das hilft uns enorm.
Und nun kommt es heute tatsächlich in Lugano zum Spitzenkampf gegen Fribourg...
Das ist für uns ein sehr wichtiges Spiel, denn wir möchten den zweiten Rang unbedingt behalten. Am letzten Wochenende spielten wir nicht wirklich gut, nun haben wir diese Woche mit Fribourg, Servette und Bern drei Gegner, die uns aufzeigen werden, ob wir die aktuelle Tabellenposition wirklich verdienen.
Ich nehme an, Ihr Trainerleben gestaltet sich im Januar 2014 ebenfalls um einiges angenehmer als noch im Oktober 2013?
Es ist sicher vieles einfacher geworden. Allerdings bin ich kein Mensch, der Schwierigkeiten scheut, in solchen Phasen lernt man jeweils am meisten. Das Tessin ist eine sehr emotionale Region, da ging es in den schwierigen Momenten auch darum, die Leute wieder aufzustellen. Demzufolge war mein Job zuvor um einiges schwieriger und raubte mir mehr Energie. Jetzt, nachdem sich Euphorie breitgemacht hat, ist es schon etwas gemütlicher.
Wo wollen Sie Lugano hinführen?
Lugano ist zusammen mit Davos, Bern und den ZSC Lions eine der vier grossen Organisationen, die in den letzten 15 Jahren Titel gewonnen hat.
Früher oder später wollen wir dies wieder tun – und mir ist lieber früher als später.
Bella l'ultima risposta!
